2 Vierer - 2 Achter – mit viel Spaß zur völligen Erschöpfung
Dienstag, 14. März 2017


Von: Bernhard Spanke

Am letzten Wochenende machten sich 4 Boote mit überwiegend Neusser Besatzung auf den Weg nach Amsterdam, um am 45. „Heineken Roeivierkamp“ teilzunehmen. Der Frauen-Masters-Achter der Renngemeinschaft Neuss – Münster – Kettwig – Hamm erkämpfte sich mit überzeugenden Leistungen den Sieg in seiner Altersklasse (Masters C).

Wochenende bedeutet  Zeit zum Ausschlafen und Relaxen …

… nicht so für 24 Aktive des Neusser Rudervereins mit ihren Ruderpartnern aus Düsseldorf, Münster Kettwig, Hamm, Bonn und Herdecke.  So war das Frühstück jeweils für 6.30 Uhr angesetzt und 5000m bei Schlagzahlen jenseits der 30 sind auch nicht gerade zum Relaxen.

Der Heineken-Ruder-Vierkampf besteht, wie es der Name verrät, aus vier unterschiedlichen Rennen an zwei Tagen: 2500m – 250m (am Samstag) und 5000m sowie 750m (am Sonntag) Es wird nur im Achter oder im Doppelvierer gestartet. In diesem Jahr gingen  insgesamt 431 Boote an den Start. Auf Grund der kurvigen Streckenführung auf der Amstel und durch die engen Brücken der Amsterdamer Innenstadt sind ungesteuerte Boote nicht denkbar. Auch mit Steuermann endete das Rennen eines Achters aus Hamburg an einem Brückenpfeiler.

Bei den Masters-Wettkämpfen und den Rennen der Junioren B wird die letzte Strecke (750m) aber nicht gefahren, so dass es sich bei ihnen um einen Dreikampf handelt.

Für die meisten Niederländischen Rudervereine ist der „Heineken Roeivierkamp“ eine fester Punkt im Regattakalender, so dass man immer davon ausgehen kann, dass in der „ersten Division“ die Topteams aus Holland gemeldet haben. In diesem erlesenen Kreis konnte sich der Frauen-Doppelvierer aus Neuss (Steffi Martin, Pia Stoffels, Klara Gathmann, Steuerfrau Amelie Düppers) mit einer befreundeten Ruderin aus Bonn (Laura Kussl) behaupten. Mit drei „Leichtgewichten“ im Boot und davon zwei Ruderinnen, die das erste Jahr bei den Frauen mitfahren, schien die Aufgabe sehr anspruchsvoll. Bei 9 Booten schafften sie einen sehr respektablen fünften Platz im Gesamtklassement.

Unser Junior B Doppelvierer (mit Nico Leffke, Tom Hagmanns, Simon Lambertz, Benjamin Nelles und Ben Hagmanns als Steuermann) hatte in seiner Altersklasse 15 Gegner, u.a. zwei Boote vom Schleswig-Holsteinischen Ruderverband. Hatten die Jungs nach den 2500m noch auf Rang 8 gelegen, kämpften sie sich in den zwei weiteren Rennen ebenfalls auf den 5. Platz in der Gesamtwertung vor und ließen damit auch die anderen beiden deutschen Boote hinter sich.

Im Bereich der Mastersruderer ist dieser Mehrkampf in Amsterdam sehr anerkannt, so dass auch Teams aus den USA melden und in allen Altersklassen große Meldefelder zustande kommen (insgesamt über 100 Masters-Achter). In der Altersklasse unserer  Damen waren 10 Boote und bei unseren Masters-Herren 18 Achter gemeldet.

Die Damen um Susanne Angenendt sind ihren Achter mit leichten Umbesetzungen schon mehrere Jahre auf diversen Regatten gerudert. Auch wenn die Rennen im Mittelpunkt der gemeinsamen Treffen stehen, so bleibt einem die hohe Bedeutung der gesellig - kommunikativen Aspekte nicht verborgen. Und diese fördern anscheinend auch die Zusammenarbeit während der Rennen. So überraschten sich die Damen selbst, in dem sie am Samstag in beiden Teilstrecken die Bestzeit ihrer Altersklasse ins Wasser zauberten. Besonders stark zeigten sie sich auf der Sprintdistanz. Hier wirken wohl noch die Erfahrungen der Ruder-Bundesliga nach, denn nur ein Masters-A (50,4 Sek.) und ein Masters-B Achter (50,0 Sek.) schaffte es, die Zeit unserer Frauen (50,6 Sek.) zu unterbieten. Für die abschließenden 5000m am Sonntag sorgte das aber eher für Anspannung als für Entspannung. Aber die ganze Mannschaft wollte den Gesamtsieg absichern. So kam aus dem Mittelschiff so viel Energie, dass Susanne teilweise höher fuhr, als ihr lieb war. Die Schlagzahluhr ging nie unter 30 und zeigte auch auf der Strecke öfter mal die 33. So waren im Ziel alle Ruderinnen im wahrsten Sinne des Wortes am Ende – aber überglücklich. Der Gesamtsieg war gesichert, auch wenn die direkten Verfolgerinnen auf dieser Strecke etwas schneller waren. Einen herzlichen Glückwunsch an Susanne Angenendt, Anja Cellar , Elke Markwordt, Frauke Wagner , Anja Drenker, Simone Schmitz-Spanke, Iris Henkel, Hilde Rosenhövel und Steuerfrau Lena Janecke!

Der Mastersachter der Männer (D) hatte sich neu gefunden. Birger Kruse vom RV Münster und ich kamen beim letztjährigen Herbstcup in Kettwig auf die Idee, dass wir, wenn unsere Frauen immer zusammen rudern, doch auch einen Männerachter fahren könnten. So mussten wir auch nicht zu lange suchen, bis wir ein Team zusammengeholt hatten, das, wie sich jetzt herausstellt, nicht nur ruderisch sondern auch menschlich ganz toll zusammenpasst. Mit Andreas Schwarz und  Jörg Bergmann vom NRV sowie Wolf Strauß (DRV) und Norbert Richter (RCGD) waren schon einmal 5 Ruderer zusammen, die regelmäßig bei uns im Trainingszentrum rudern. Mit Birger fehlten dann noch zwei Athleten, die Birger in seinem befreundeten Verein (ARC Münster) fand, Heinzi Stehr und Heiko Gravelschomaker. Als Steuerfrau verpflichteten wir Kathi Golücke aus Herdecke, die schon häufiger Neusser Boote gesteuert hatte. Für das Training war Sven Breitenbach als Cox mehrfach eingesprungen. Die Rennen in Amsterdam verliefen erfreulich gut, auch wenn wir am ersten Tag die erste lange Distanz vielleicht noch zu verhalten angegangen waren. Die Sprintstrecke war dafür aber voll gelungen. Ähnlich wie die Frauen schafften wir im direkten Wettkampf (250m werden immer paarweise gestartet im Gegensatz zur Langstrecke, bei der man im Abstand von 15 Sek. gestartet wird) einen deutlichen Sieg und erreichten die zweitbeste Zeit von 18 Achtern. Am Samstagabend stand damit ein 4. Platz in der Gesamtwertung fest – mehr als wir erhofft hatten. Am Sonntag gelang es auch in einem beherzten Rennen diesen Platz zu verteidigen.

Vollkommen müde, aber glücklich und zufrieden schlossen wir dieses Wochenende mit einer Fahrt im Bulli ab – very relaxing.

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